
Bereit für einen ausgedehnten Toskana-Urlaub? Am 20. November wird Ubisoft den Startschuss für Assassin’s Creed 2 in Europa geben. So lange wollten wir nicht warten und haben unsere Attentäter auf die Entwickler der actionreichen Geschichtsstunde angesetzt. Mit der Ärmelklinge am Hals gaben sie uns all die tollen Bilder und verrieten uns heiße Fakten zum Italien-Trip!
Und das sind einige: Denn die Abenteuer des noblen Ezio bestechen nicht nur mit traumhaft schönen und abwechslungsreichen Umgebungen, sie trumpfen auch mit wesentlich mehr Neuerungen im Spielablauf auf als bisher angenommen. Doch dazu später mehr. Erst wollen wir euch in die Gegend des beliebten Chianti-Weins entführen. Dort – genauer gesagt in der schönen Stadt Florenz im 15. Jahrhundert – erlebt ihr mit dem jungen Ezio, wie es zum schrecklichen Verrat an seiner Familie kam, der ihn später auf einen Rachefeldzug bis nach Venedig führt. Schon hier wird deutlich, worauf die Mannschaft hinter Assassin’s Creed 2 besonderen Wert legt: Dank ausführlicher Studienreisen, einer Architektin im Team und enger Zusammenarbeit mit einer Geschichtsprofessorin beeindruckt das virtuelle Abbild der Renaissance-Metropole mit authentischer Schönheit.
Wenn ihr den Blick von einem der vielen Türme über die Skyline der Stadt schweifen lasst, erblickt ihr sämtliche weltbekannten Sehenswürdigkeiten: von der imposanten Ponte Vecchio über die zahlreichen Kirchen bis hin zum Dom mit seiner gigantischen Kuppel. Und das Beste daran: Diese architektonischen Meisterwerke eignen sich nicht nur hervorragend für ausgiebige Klettertouren, viele davon dürft ihr jetzt auch von innen bewundern. Vorausgesetzt, ihr findet den Eingang. Die stark erweiterte Grafikengine sorgt für eine noch überwältigendere Optik als beim schon bildschönen Vorgänger. Ihr erkennt Details aus weiterer Entfernung und verbesserte Licht-, Reflexions- sowie Spezialeffekte lassen die Umgebung in atmosphärischem Glanz erstrahlen.
Trotz des Augenschmauses: Irgendwann wird es Zeit, Florenz zu verlassen und der Spur der Übeltäter nach Venedig zu folgen. Auf dem langen Weg zur Lagunenstadt lösen die Entwickler einmal mehr ihr Versprechen ein, für wesentlich mehr Abwechslung als in Teil 1 zu sorgen. Statt durch eintöniges Ödland reist ihr jetzt durch die mannigfaltige Natur der Toskana. Eure Reise durch Italien führt euch durch das verregnete Sumpfgebiet rund um das Städtchen Forlì, eine raue Bergregion, malerische Sommerwiesen und nicht zuletzt das heute noch beliebte Reiseziel San Gimignano mit seinen über 70 Türmen auf engstem Raum. Dabei garantieren nicht nur unterschiedliche Landschaften und Wetterbedingungen Kurzweil. Jede Region und jede Stadt wird mit Haupt- und Nebenaufgaben aufwarten und euch mit ihren Eigenheiten auf ihre spezielle Art herausfordern. Außerhalb der Städte dürft ihr auf einer Kutsche Platz nehmen, um flotter voranzukommen oder um schutzbedürftige Verbündete zu eskortieren. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ihr euch mit dem klapprigen Vehikel wilde Verfolgungsjagden mit Angreifern liefern müsst.

Das bringt uns zu den anfangs bereits erwähnten spielerischen Innovationen. Wir habene bereits ausführlich darüber berichtet, dass Ezio wesentlich agiler ist als sein Vorfahre Altair (nachzulesen auch auf Cynamite.de). Dass sich Ezio gerne mal die Waffen seiner Gegner schnappt, Leonardo da Vincis Erfindungen testet und auf die Hilfe befreundeter Gilden zählt, ist für Games-Aktuell-Leser ebenfalls ein alter Hut. Unter sanftem Druck (auf die Halsschlagader) verrieten uns die Entwickler nun aber interessante Details zum bisher nur angedeuteten Finanzsystem, welches eine bedeutende Rolle in Assassin’s Creed 2 spielt.
Wie es sich für einen echten Italiener gehört, kennt euer Attentäter vielfältige Möglichkeiten, um an Kohle zu kommen. Für die Erledigung mancher Missionen winkt Bares als Belohnung, in den Städten sind Schatztruhen voller Taler versteckt, erledigte Soldaten überlassen euch ihren Sold und bei den locker sitzenden Geldbörsen der Passanten juckt es euch in den Langfingern. Allerdings solltet ihr es mit der illegalen Vermögensbildung nicht übertreiben, denn wenn ihr zu oft bei Verbrechen erwischt werdet, leidet euer Ansehen. Und wenn erst einmal überall in der Stadt Fahndungsplakate mit eurer Visage hängen und patrouillierende Wachen gezielt nach euch Ausschau halten, wird das unauffällige Vorgehen schwer. Ebenso zahlreich wie die Wege, an Geld zu kommen, sind die Gelegenheiten, es wieder unters Volk zu bringen. Stellt ihr den Dieben, Kurtisanen oder Söldnern (das sind die drei befreundeten Fraktionen im Spiel) einen entsprechenden Lohn in Aussicht, helfen sie bei Ausbruchsversuchen, lenken Gegenspieler ab oder begehen sogar einen Mord für euch. Und steht ihr tatsächlich mal auf der roten Liste der gesuchten Personen, kann es nicht schaden, einen Boten zu bestechen, damit er den Fahndungsbefehl verschwinden lässt. Die meiste Kohle werdet ihr aber aller Voraussicht nach in eure Ausrüstung investieren. Da ihr jetzt von den Schulterklappen über den Brustpanzer bis hin zu den Stiefeln sämtliche Rüstungsteile einzeln aufwerten könnt, wandern eure Moneten regelmäßig über die Theken der zahlreichen Item-Shops. Besonders eitle Gesellen lassen sich anschließend ihren neuen Zwirn auch noch beim Schneider in ihren Wunschfarben umgestalten. Nützlicher ist es allerdings, das liebe Geld in diverse Verbrauchsgegenstände wie Rauchbomben oder Wurfmesser zu stecken, die euch die Arbeit erheblich erleichtern. Später habt ihr sogar die Möglichkeit, ausgefuchste Upgrades für eure Lieblingswaffen in Auftrag zu geben. Denn Leonardo da Vinci hat neben der Flugmaschine noch einige andere hochinteressante Baupläne in petto. Die Ärmelkanone – für deren Munition ihr übrigens auch wieder Kohle locker machen müsst – kennen wir schon aus einem der Trailer zum Spiel. Damit ballert Ezio sprichwörtlich aus dem Handgelenk auf heranstürmende Angreifer.

Bisher geheim war die sogenannte Giftklinge. Der Einsatz dieses tückischen Geräts ist zwar moralisch verwerflich, eröffnet aber neue Möglichkeiten in ansonsten kniffligen Situationen. Die am Handgelenk befestigte Nadel lässt sich nur einsetzen, wenn ihr unauffällig durch die Gegend streift. Dann vergiftet ihr damit euer Opfer, ohne dass dieses etwas merkt. Eine Zeit lang geht es noch seiner Beschäftigung nach, als wäre nichts gewesen. Doch sobald das Gift zu wirken beginnt, verliert die Zielperson völlig die Kontrolle, beginnt zu schwanken und greift jeden an, der sich in ihrer Nähe befindet. Wenige Sekunden später tritt dann der Tod ein. Der ganze Zinnober lockt natürlich Wachen an, die umgehend damit beginnen, den Vorfall zu untersuchen.
Bis dahin habt ihr genug Zeit, um euch in Ruhe aus dem Staub zu machen und die entstandene Verwirrung gekonnt für euch zu nutzen. Aber auch die Giftladungen gibt es nicht umsonst und erst recht nicht an jeder Ecke. Um für Nachschub zu sorgen, müsst ihr einen Arzt aufsuchen, der sich das fiese Wässerchen fürstlich bezahlen lässt. Wenn ihr schon mal da seid, könnt ihr euch auch gleich wieder zusammenflicken lassen. Denn sogar frische Lebensenergie kostet jetzt! Damit hat der Kommerz aber immer noch kein Ende. Die Entwickler versprechen zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie ihr mit dem schnöden Mammon den Spielablauf beeinflussen könnt.

Mit den ersten Infos zu Assassin’s Creed 2 vor einigen Monaten wurde schon klar: Ezios Abenteuer wird viel abwechslungsreicher als der etwas zu monotone erste Teil. Die neuen Fakten lassen noch einen weiteren Schluss zu: Ihr könnt den Spielablauf mehr nach euren eigenen Vorlieben gestalten. Renaissance-Rambos investieren ihr angehäuftes Vermögen in eine starke Rüstung, massig Pistolenmunition, Rauchbomben und Arztrechnungen, um sich ohne Rücksicht auf Verluste auf die grobe Art durch die Missionen zu metzeln. Intelligente Italiener hecken teuflische Pläne aus, wie sie mithilfe der Giftklinge und der angeheuerten Unterstützung möglichst viel Ablenkung erzeugen und so unbeschwert an ihre Opfer kommen können.
Fazit: Sehr Gut